Schlagwort-Archive: Roman

Wolfgang Schorlau – Die Schützende Hand

Die Schützende HandWolfgang Schorlaus achter Dengler-Fall beschäftigt sich mit den NSU-Morden.

Der Privatermittler Dengler bekommt in seiner höchsten finanziellen Not einen anonymen und vorausbezahlten Auftrag: Wer hat die beiden NSU Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ermordet? Laut bekannter Faktenlage scheint das schnell verdientes Geld zu sein. Da seine geliebte Olga gar nicht begeistert ist, dass Georg sich diesem Fall annimmt und so wohl möglich aus Tätern Opfer macht, will Dengler den Fall schnell abschließen. Allerdings ist bald klar, dass der Tathergang, so wie er der Öffentlichkeit verkauft wurde, nicht haltbar ist. Also macht sich Dengler zusammen mit Olga auf nach Thüringen…

Wie in allen Dengler-Fällen verknüpft Schorlau Fakten und vermeintliche Tatsachen mit der fiktiven Geschichte des Privatermittlers Georg Dengler. Ihm gelingt es dadurch immer wieder den Leser fassungslos erstarren zu lassen und gleichzeitig an einer Wahrheitsfindung teilhaben zu lassen. Wie Schorlau im Nachwort hervorhebt, handelt es sich nur um eine Möglichkeit, wie die einzelnen Morde miteinander zusammenhängen könnten. Er nimmt in Kauf, dass der gewohnte Lesegenuss, durch das Zitieren der gesammelten Dokumente und Unterlagen unterbrochen wird und schafft es genau dadurch den Leser sowohl im Buch wie auch in der Realität zu fesseln.

„Was hatte Nopper zu ihm gesagt: Die Wahrheit ist das Letzte, was hier irgendjemand hören will. Du hast keine Ahnung in welchem Land Du lebst.
Wir werden sehen dachte Dengler.“

Da sind wir doch auf die umfassende Aussage von Beate Zschäpe gespannt 🙂

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[kiwi]

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Konzert ohne Dichter – Klaus Modick

 Klaus Modick - Konzert ohne Dichter

Klaus Modick – Konzert ohne Dichter

Heinrich Vogeler der vielseitig begabte und hochkreative Künstler: Maler, Architekt, Designer, Schriftsteller, Pädagoge und nicht zuletzt Grafiker lässt sein bisheriges Leben noch einmal Revue passieren, anlässlich seiner größten Auszeichnung im Juni 1905, der „Großen Medaille für Kunst und Wissenschaft“, unter anderem auch für das Bild „Sommerabend“ oder „Konzert“. Das Bild an dem er 5 Jahre gearbeitet hat, bildet das Zentrum des Romans von Klaus Modick. Dieser erzählt auf einfühlsame Weise die Entstehungsgeschichte des Gemäldes und gestattet dem Leser einen Blick in die Gefühlswelt des Künstlers Heinrich Vogeler. Das Buch erzählt wie Vogeler auf seinen Studien­reisen, unter anderem nach Italien, den noch jungen und unbekannten Dichter Rainer Maria Rilke kennenlernt und sich in Worpswede dem Künstlerkreis um Mackensen, Modersohn, Overbeck und Hans am Ende anschließt und auch durch die Liebe zu seiner Muse Martha an diesem Ort seine neue Wirkungsstätte findet. Er kauft mit Hilfe einer Erbschaft den Barkenhoff, der von der Bauernkate zum repräsentativen Mittelpunkt der Worpsweder Gemeinschaft wird. Dort finden Konzerte und gesellschaftliche Ereignisse statt, die den Maler letztendlich auch zu seinem Bild anregen. Auf Vogelers Einladung kommt auch Rilke nach Worpswede. Dieser verliebt sich gleich in zwei Frauen des Künstlerdorfes, Clara Westhoff und Paula Becker doch die Ménage-à-trois währt nicht lange und Rilke heiratet Clara. Die Freundschaft zwischen Vogeler und Rilke ist von Anfang an fragil und zerbricht letztendlich. Über die Jahre verändert Vogeler das Bild immer wieder, der Dichter Rilke wird übermalt, die Personen auf dem Gemälde wirken alle nicht besonders glücklich und auch Heinrich Vogeler wird von Selbstzweifeln geplagt und möchte das Bild am liebsten zerstören.

Das Buch „Konzert ohne Dichter“ ist eine wundervolle Reminiszenz an eine vergangene Zeit und Klaus Modick gelingt es, die Welt von damals zu entzaubern und dabei einen Einblick hinter die Kulissen zu gewähren. Ein Buch, das man gelesen haben muss!

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[kiwi]

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Frank Schulz – Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen

Frank Schulz - Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen

Frank Schulz – Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen

Frank Schulz schickt in Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen den Privatdetektiv auf Kreuzfahrt. Im Nachfolgeroman von Onno Viets und der Irre vom Kiez stehen aber nicht nur die Auswirkungen des ersten Falls als ständiger Begleiter und Widersacher von Onno zentral. Onno begleitet den exzentrischen Künstler Donald Jochemsen auf eine Kreuzfahrt, um ihm Beistand zu leisten, während der Künstler die Gunst der Stunde bei einer viel jüngeren Sängern nutzen möchte. Beide schwelgen in der 30jährigen Vergangenheit, bis diese zumindest Onno einholt und so zu einem Wendepunkt auf hoher See führt, der mehr als überraschend ist.

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[Galiani Verlag Berlin]

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Neil Gaiman – Der Ozean am Ende der Straße

 Neil Gaiman - Der Ozean am Ende der StraßeNeil Gaiman hat mit Der Ozean am Ende der Straße einen phantastischen Blick in eine Parallelwelt geschaffen. Fern von Religion und Wissenschaft wird hier dem geneigten Leser eine poetische Versöhnung mit dem Dasein, dem Anfang und Ende der Welt geboten, sicherlich ein kleinwenig kitschig aber dennoch sehr passend zur Adventszeit.

„Es war nur ein Ententeich, ein Stück weit unterhalb des Bauernhofs. Und er war nicht besonders groß. Lettie Hempstock behauptete, es sei ein Ozean, aber ich wusste, das war Quatsch. Sie behauptete, man könne durch ihn in eine andere Welt gelangen. Und was dann geschah, hätte sich eigentlich niemals ereignen dürfen … “

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[eichborn]

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Dave Eggers – Der Circle

 Dave Eggers - Der CircleErschreckend nah an der aktuellen Social Media Entwicklung entwirft Eggers eine neue Orwell’sche Welt.

Mae Holland hat einen Traumjob im beliebtesten Unternehmen der Welt ergattert.

Beim »Circle« arbeiten nur die Besten und diese bekommen auch nur das Beste. Angefangen von den neusten technischen Geräten für Ihre Arbeit bis hin zu Alltagsprodukten, die sie testen dürfen, bevor diese in Massenproduktion gehen. Es gibt kostenlose Wohnungen auf dem Firmengelände, die hippesten Künstler treten abends auf, man sorgt für nachhaltige Lebensmittel eine perfekte Krankenversorgung etc.

Auch nutzt der »Circle« seine Monopolstellung überhaupt nicht aus. facebook wurde übernommen und für die Produkte von Apple, Microsoft, twitter etc. hat der »Circle« bessere Alternativen. Die Angestellten, wie auch die Nutzer, sehen nur die Vorteile alles miteinander zu „vernetzen“ – Restaurantbesuche mit Allergien, der Chip im Kind mit dem Smartphone. Die Gründe hierfür sind natürlich allesamt gut, die perfekte Planung für das erste Date genauso wie der Rückgang von Kindesentführungen.

Das große Ziel ist der Wegfall der Anonymität, überall hängen Kameras und auch Politiker tragen immer eine Kamera, so dass jeder nachvollziehen kann was vor sich geht.

Mae Holland ist mitten drin in dieser Entwicklung, freut sich Ihre Eltern einbinden zu können und lernt den geheimnisvollen Kalden kennen. Der »Circle« ist schon bald dem erklärten Ziel alles miteinander zu verbinden und die Anonymität auszuschalten sehr nahe…

Zitat Mercer: „Kein Mensch braucht diese Menge an Kontakt, die ihr ermöglicht. Das verbessert nichts. Es ist nicht gesund. Es ist wie Junkfood.“

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[kiwi]

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Sarah Stricker – Fünf Kopeken

»Fünf Kopeken« ist Sarah Strickers Debutroman, beginnt urkomisch und entpuppt sich dann als mitreissende Lebensgeschichte einer Frau, für die es nur einen Weg gibt.

„Meine Mutter war sehr hässlich. Alles andere hätte mein Großvater ihr nie erlaubt. ‚Doofsein kannst du dir mit dem Gesicht wenigstens nicht erlauben‘, sagte er, und wie mit Allem im Leben hatte er natürlich auch damit recht. Also machte meine Mutter das, was sie am besten konnte: alle stolz.“

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[Eichborn Verlag]

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Wolfgang Schorlau – Das München-Komplott

Es ist erschreckend, wie nah der Roman an der Wahrheit der Geschehnisse sein könnte. Wolfgang Schorlaus Krimi »Das München-Komplott« wurde bereits 2009 veröffentlicht und ist der fünfte Fall des Ermittlers Dengler .

Dengler wird als ehemaliger BKA-ler aufgesucht, um die Aktenlage rund um das Attentat auf dem Münchner Oktoberfest von 1980 erneut zu begutachten. Zentral steht das Field Manual 30-31 der US Armee. Gibt es doch Zusammenhänge zu anderen Attentaten? Augenscheinlich wurde der Fall nur oberflächlich untersucht und viele Indizien sprechen dafür, dass es eben kein Einzeltäter war? Und auf einmal sind alle scharf auf Dengler und wollen Ihre Spielchen treiben, BKA, Verfassungsschutz und Politik.

Gespickt mit vielen Tatsachen wirft der Kriminalroman einen neuen Blick auf das Attentat von 1980. Das reale Field Manual 30-31 ist als Anhang im Buch enthalten.

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[kiwi]

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