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Kat Kaufmann – Die Nacht ist laut, der Tag ist finster

Kat Kaufmann: Die Nacht ist laut, der Tag ist finsterBereits im Mai ist mit „Die Nacht ist laut, der Tag ist finster“ der zweite Roman von Kat Kaufmann erschienen.

Jonas ist nach einem Erbe von 5000 Eur am Scheideweg seiner vermeintlich nutzlosen Existenz, er wendet sich von der Freundin und der eigenen Familie ab. Für ihn ist klar, er muss nach Russland, muss Valerij Butzukin finden und damit seinem Leben einen Sinn geben, endlich die eigenen Wurzeln spüren. Die Reise beginnt in Berlin und wird von allerlei skurrilen Personen begleitet. Natürlich schafft er es nach Russland zu kommen, aber wen oder was wird er dort finden?

Selten hatte ich das Gefühl, dass ein Roman eine Lebenswelt so sehr trifft, wie dieser. Das Leben in Berlin eines jungen Erwachsenen mag von Sven Regener in „Herr Lehmann“ noch besser eingefangen worden zu sein, jedoch einzig und allein, weil er hierauf den Fokus gelegt hat. Kat Kaufmann schafft es dem Ganzen noch eine vielschichtige Zerrissenheit der Lebensperspektive hinzuzufügen. Egal ob dies nun ein Diskurs diverser kultureller oder ethischer Hintergründe, die bevorstehende Weltpolitik oder die Sinn-Findung als solches ist. Dieser Roman ist mit 272 Seiten für den ein oder anderen sicherlich viel zu kurz, lässt auf der anderen Seite aber auch genug Raum für Gedankenspiele einer persönlichen eigenen Interpretation. Ein mehr als unkonventioneller Erzählstil trifft hier auf Humor und existentielle Fragen.

Nicht nur eine Urlaubslektüre, aber sicher gibt es nur wenig Besseres, um seine Zeit im Urlaub zu verbringen!

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[Tempo – Hoffmann und Campe Verlag]

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